Herzinfarkt und Krebs als Versicherungsfall.
Das Geschäftsmodell der “Dread Disease Police” kommt aus dem englischen Sprachraum. Diese Versicherungen, entstanden in den USA und in Südafrika, sind für das Eintretens gefürchteter Krankheiten da. Konkret sind das Herzinfarkt und Krebs.
In Ländern wie in den USA sind solche Versicherungen sinnvoll, da die medizinischen Behandlungskosten hoch sind und nicht durch öffentliche oder private Krankenversicherungen getragen werden.
Bei Eintreten der Krankheit bekommt der Patient dann Geld.
Bei einer “Dread Disease Police” bekommt der versicherte Patient Geld, sobald eine medizinische Diagnose gestellt ist und die Risikokrankheit eingetreten ist. Juristische Streitereien beziehen sich auf medizinische Randfälle, also Diagnosen, die nicht eindeutig die abgesicherte Krankheit beschreiben, oder die sich auf vor Versicherungsabschluss bereits vorausgegangene chronische Erkrankungen beziehen. Viele sehr schwere chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma, sind normalerweise nicht versichert.
In Deutschland hat die “Dread Disease Police” eine andere Funktion.
Da in Deutschland Behandlungskosten für Herzinfarkt und Krebs noch von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen werden, ist die soziale Funktion der “Dread Disease Police” eine andere. Hier tritt die “Dread Disease Police” zu den Berufsunfähigkeitsversicherungen hinzu. Oft tritt in Folge schwerer chronischer Erkrankungen eine Erwerbsunfähigkeit auf. Und ausgerechnet dann braucht man Geld für medizinische Zusatzmaßnahmen, die die gesetzlichen Kassen nicht finanzieren.
Die “Dread Disease Police” ersetzt nicht die Lebensversicherung.
Lebensversicherungen versichern den Todesfall oder das Erreichen eines hohen Alters. Im Todesfall gibt es jedoch bei der “Dread Disease Police” keine Auszahlungssumme. Der Erkrankte muss die schwere Krankheit mindestens vierzehn Tage überlebt haben, dann bekommt er Geld.
Fazit: Die “Dread Disease Police” ist eine Zusatzversicherung für gut versicherte Menschen.
Nach Abschluss einer Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung könnte man auch eine “Dread Disease Police” abschließen, für unerwartet hohe Kosten im Falle eines Herzinfarkts oder eines Krebsleidens. Man soll politisch wachsam sein, damit solche Kosten weiterhin von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden und es nicht zu amerikanischen Verhältnissen in Deutschland kommt.
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